“Die Vorstellung, dass es Menschen ohne “Defekte” gäbe, oder die mit anderen Worten nur Stärken aber keine Schwächen haben, ist ein sicheres Rezept für Mittelmässigkeit, um nicht zu sagen Inkompetenz. Menschen mit Stärken haben immer auch Schwächen… Und niemand ist ausgezeichnet auf verschiedenen Gebieten.” -
Peter Drucker
Es wird gesagt, dass sich die Menschheit in den letzten 100 Jahren mehr entwickelt hat als in den vergangenen 1000 Jahren; und mehr in den letzten 20 Jahren als in den vergangenen 100 Jahren. Dann gibt es sogar solche (wie ich), die davon ausgehen, dass wir in den nächsten 5 Jahren womöglich einen grösseren Sprung vorwärts machen könnten als in den letzten 20 Jahren. Und ich persönlich glaube, dass dies ganz besonders auf Brasilien zutrifft, einer aufsteigenden Wirtschafs-Supermacht, welche allein in den letzten 10 Jahren durch sehr grosse Veränderungen ging. Dieser Wandel Brasiliens verdiente eigentlich mehr Beachtung im Ausland, wo alle Augen auf China gerichtet sind.
Ich sage all dies als Schweizer, welcher sich hier in Brasilien niedergelassen hat und sogar eine Firma im pharmazeutischen Bereich in der Stadt Campinas gegründet hat. Ich finde es unheimlich spannend, gerade in diesem Land in dieser Zeit leben zu dürfen.
Die letzten 20 Jahren haben aber nicht nur enormen Fortschritt in der Informationstechnologie gebracht, sondern auch in unserem Verständnis davon, wie unser Gehirn, Persönlichkeit und Intelligenz funktioniert; was gute Leader von schlechten unterscheidet; und ob sich die Qualitäten eines guten Leaders lernen lassen, oder ob sie grösstenteils “angeboren” sind (weil sie etwa mit Persönlichkeit oder Intelligenz zu tun haben).
Es scheint mir aber, dass nur ein Bruchteil dieses wertvollen Wissens in der Wirtschaft heute wirklich bekannt, geschätzt und angewandt wird, was ich für eine Verschwendung menschlichen Potentials sondergleichen halte.
Dies hat mich dazu geführt, diese Internet Seite zu schaffen und in ihr ein paar Ideen zu präsentieren, die meiner Meinung nach jeder Manager kennen sollte. Ich gehe sogar einen Schritt weiter und biete Coaching und Beratung rund um diese Ideen sozusagen im Nebenberuf zu meinem Unternehmen an, weil sie mich geradezu mit einer “missionarischen Leidenschaft” erfüllen. Da ich mich an ein brasilianisches Publikum wende, ist hier alles auf Portugiesisch geschrieben und meine Erläuterungen auf Deutsch beschränken sich auf diese Seite. Wenn Sie des Portugiesischen nicht mächtig sind, dann lade ich Sie ein, mir bei Interesse einfach ein Email zu schreiben.
Vielleicht darf ich noch ganz kurz was zu meinem Werdegang sagen, der für die Entstehung dieser Internet Seite nicht unwichtig ist. Bevor ich Unternehmer wurde, habe ich während neun Jahre für ein grosses, multinationales, pharmazeutisches Unternehmen gearbeitet, in verschiedenen Ländern und Positionen, wie Finanzen, Business Development, Verkauf und Geschäftsführung. Ich spielte Führungsrollen in zwei wichtigen Projekten, bei denen es darum ging, Geschäftsbereiche wieder so richtig "fit" zu machen, was sehr viel mit Personalfragen zu tun hat.
Mit der Zeit dämmerte mir die Erkenntnis, dass hinter solch wichtigen Themen wie Strategie und Geschäftsprozesse etwas viel wichtigeres steckt: nämlich unsere Annahmen darüber, wie Menschen eigentlich “ticken”; was sie antreibt; was sie blockiert; unter welchen Bedingungen sie zu Höchstleistungen fähig sind, und wann sie diese verweigern. Diese Annahmen sind selten klar ausformuliert; sie schlummern irgendwo in unserem Halbbewusstsein; und nicht selten sind sie sogar miteinander in Widerspruch, was dann auch zu einem widersprüchlichen Verhalten bei uns führen kann.
Ein einfaches aber gutes Beispiel für solche Annahmen ist etwa die Art und Weise, wie wir Information aufnehmen. Man kann Menschen diesbezüglich ziemlich gut in zwei Gruppen teilen: die einen hören lieber zu, während die anderen lieber lesen. Wenn wir uns noch nie Gedanken darüber gemacht haben, laufen wir Gefahr, anzunehmen, dass zum Beispiel unser Chef es vorzieht, wenn wir ihm schnell was im Gespräch erklären (weil wir lieber hören), anstatt ihm kurz dazu ein Email zu schreiben oder gar ein paar übersichtliche Grafiken oder Tabellen zu zeigen (was er vielleicht vorzieht).
Wenn einem die Bedeutung der Annahmen einmal bewusst wird, hört man ganz anders zu bei einem Management Meeting, in der etwa über eine Umorganisation diskutiert wird. Ich begann, meine eigenen Annahmen zu hinterfragen und sprach mit vielen erfahrenen Leuten, las eine ganze Menge und besuchte auch ein paar sehr interessante Kurse. Dabei haben mich im Laufe der Zeit drei wesentliche Quellen/Autoren besonders überzeugt, die da sind:
1. Die teilweise recht erstaunlichen Erkenntnisse aus sehr umfangreichen, mehrjährigen Studien der Firma Gallup, welche vor allem durch ihre Meinungsumfragen bekannt sind. Diese Erkenntnisse wurden im Jahre 1999 mit dem Buch “First Break All The Rules” publiziert, welches in den USA schnell zu einem Bestseller wurde. Eine der wichtigsten Erkenntnisse dieser Studie ist, dass erfolgreiche Leader (oder Firmen) ein flexibles Umfeld schaffen, in dem die Mitarbeiter täglich vor allem mit ihren Stärken arbeiten können. Das hört sich vielleicht fast etwas banal an, ist aber in der Praxis gar nicht so einfach, nur schon deshalb, weil die meisten von uns grösste Mühe haben, ihre Stärken überzeugend zu beschreiben, geschweige denn, die ihrer Mitarbeiter zu erkennen. Genau dieses Erkennen von Stärken und deren optimaler Nutzung ist aber das zentrale Element des Coachings und der Beratung, welches ich durch diese Internet Seite einem breiteren Publikum offerieren möchte. Da habe ich mittlerweile ordentlich Erfahrung damit gesammelt und auch jede Menge Weiterbildung betrieben. Vielleicht am wichtigsten aber ist mein nicht ganz unbescheidener Glaube, Stärken auf diesem Gebiet zu haben.
2. Nachdem nun akademische Psychologen jahrzentelang die Klinge gekreuzt haben über die Frage, wie man die Persönlichkeit von Menschen zu definieren soll, sieht es so aus, als ob man irgendwann Ende der 80er Jahre ein Konsens rund um das Five-Factor-Model (oder Big Five) Persönlichkeitsmodell gefunden hat. Dieses hat wichtige Konsequenzen für den Arbeitsplatz, welche ausgezeichnet im Buch “Führen mit dem Big-Five Persönlichkeitsmodell” vom Ehepaar Howard (Campus Verlag) beschrieben werden. Das Verständnis unserer Persönlichkeit ist ganz entscheidend, wenn wir mehr über unsere Stärken und Schwächen lernen wollen.
3. Peter Druckers Leben und Werk, welcher wiederum sehr inspiriert war von Abraham Maslow und Douglas McGregor. All sie haben auf die eine oder andere Art schon in den 60er Jahren zum Ausdruck gebracht, wie wichtig es ist, dass Mitarbeiter ihre Stärken voll entwickeln und einbringen können.
Über all dies könnte man noch viel mehr schreiben, aber dann würde der lange Text die Leser abschrecken. Daher will hier mal stoppen und Sie einladen, mir bei Interesse ein Email zu schreiben, und wir führen das Gespräch dann so weiter.